[ Startseite ] [ Aktuelles ] [ Die Stadtmaler ] [ Verbindungen / Kontakte ] [ Presseberichte ][ Rückblick ][ Stipendium 2017 ]


Von Richard Färber | 18.02.2017

 

Im Torturm des Alten Schlosses brennt wieder Licht

 Malen wird sie wohl eher nicht. Fotografie, Installation und Druckgrafik sei ihr Metier, erklärte Susann Dietrich gestern bei ihrem Antrittsbesuch bei Bürgermeister Frank Zimmermann auf dem Gaildorfer Rathaus. Dietrich hat in dieser Woche in der Nachfolge von Gisela Wrede die Stadtmalerwohnung und das Stadtmaleratelier im Alten Schloss in Besitz genommen – im Torturm brennt wieder Licht.

Allerdings wohl nicht alle Tage. Die 33-Jährige, die in Weißenfels geboren wurde und im Raum Braunschweig lebt und arbeitet, ist eine viel beschäftigte Künstlerin mit Lehraufträgen und Projekten in ganz Deutschland. Sie wird sich also nicht durchgängig in Gaildorf aufhalten, sondern die Schenkenstadt in ihre Logistik eingliedern, zwischen ihre regelmäßigen Runden durchs Land: München, Leipzig, Braunschweig.

Eindrücke vom Gemäuer

Am Mittwochabend ist Susann Dietrich  in Gaildorf eingetroffen. Rolf Deininger, der die Gaildorfer Stadtmaler betreut, hat sie, wie gestern berichtet, auf der ART Karlsruhe getroffen, sie mit ihren Vorgängerinnen Karin Brosa und Gisela Wrede bekannt gemacht und dann mit nach Gaildorf genommen. Sie habe sich schon ein wenig im Schloss umgeschaut, sagt sie. Die Dauerbaustelle gefällt ihr, auch wenn’s nachts gewöhnungsbedürftig knarzt; sie beschäftigt sich bereits mit der Idee zu einer Installation.

Erste Eindrücke: Morgens wird man vom Verkehr geweckt. Das Schloss hat die neue Stadtmalerin umrundet, die Stadt ein wenig ausgekundschaftet, mit einigen Leuten ist sie ins Gespräch gekommen. Der Dialekt sei etwas gewöhnungsbedürftig, sagt sie.

Konkrete Pläne für Gaildorf hat Susann Dietrich noch nicht. Anfängliche Planlosigkeit ist allerdings auch nicht ungewöhnlich und zudem durch das Stipendium selbst programmiert: Die Stadt stellt keine Bedingungen, sie stellt lediglich zur Verfügung: Wohnung, Atelier, ein monatliches Salär. Nichts zu erwarten und darauf zu vertrauen, dass der Aufenthalt genügend Inspiration biete – das macht auch den Charme des Stipendiums aus.

Gleichwohl haben sich feste Strukturen entwickelt. Bürgermeister Frank Zimmermann hat es sich zur Gewohnheit gemacht, bei seinen Stadtmaler-Begrüßungen zumindest einige Erwartungen zu formulieren. Die Abschlussausstellung zum Weihnachtsmarkt etwa sei eine feste Größe. Es sei die bestbesuchte Ausstellung des Jahres, und  man könne dort auch „gut verkaufen“. Die Stadt, versichert Zimmermann, wolle ebenfalls ein Werk erwerben. Einen „Tag des offenen Ateliers“ empfiehlt Zimmermann noch, und wenn sich’s ergebe, würde  man sich auch über eine Kooperation mit den Schulen freuen. Susann Dietrich will sich nun zunächst einmal orientieren, auch über die technischen Möglichkeiten. Eventuell, sagt sie, werde sie auch die druckgrafische Einrichtung ihres Ateliers in Braunschweig nutzen müssen.

Foto: Richard Färber

Susann Dietrich, 17. Gaildorfer Stadtmalerin, mit ihrem Empfangskomitee vor dem Gaildorfer Rathaus: Bürgermeister Frank Zimmermann, Kulturamtsleiter Raimund Horbas, Gemeinderat Martin Zecha, Susann Dietrich und Rolf Deininger (von links).