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    Bericht : Richard Färber 10.4.2004

STADTMALER / Nummer Sieben: Wonkun Yun

Weich geklopftes Ausnahmetalent

Von Seoul über Düsseldorf ins Schwäbische

Im Land der Häuslesbauer dürfte das ankommen: Der siebte Gaildorfer Stadtmaler Wonkun Jun ist kaum eingezogen, da hängt schon eine neue Arbeit an der Wand. „Ich will malen, was sonst", sagt Yun, der von Soeul/Korea über Düsseldorf ins Schwäbische gefunden hat.

  GAILDORF • Der Mann kommt aus dem Widerstand - aus einem chancen- und erfolglosen Widerstand, um genau zu sein, sonst wäre Wonkun Jun heute kein Künstler, sondern Banker oder Manager. „Es gibt keine Stipendien in Korea und meine Familie ist nicht so wohlhabend, dass sie sich um einen Künstler kümmern könnte", sagt Wonkun Jun. „Ich wollte eigentlich ganz normal studieren und arbeiten."

Distanz und Unmut

Man wird ein bisschen umdenken müssen, um das zu verstehen. Der Aufstand des Talents gegen familiäre und andere Traditionen fand nicht statt, in der Familie Jun gab es kein gut bürgerliches Selbstverwirklichungsdrama. Der heute 34-jährige Wonkun, der schon als Kind erste Preise gewann, ist zwar unbestritten ein künstlerisches Ausnahmetalent, das Bedürfnis aber, ihn zum Künstler zu machen, hatten andere. Und wenn man mit ihm über seinen Werdegang spricht, dann ist Distanz und Unmut zu spüren: „Wenn ein Kind etwas nicht möchte, dann muss man 'schade' sagen und akzeptieren", sagt er.

Intervention von Außen

Es gab einen Lehrer im Gymnasium in Seoul, dem die Sorgen seines Schülers um die Familie einerlei waren, der nicht „schade" sagte, sondern massiv intervenierte. Der Lehrer, berichtet Jun, war ein bekannter Künstler. Er erkannte Juns Talent und befand, sein Schüler müsse sich an einer Kunstakademie einschreiben. Er machte Druck, er sprach mit den Eltern, er schlug den Jungen, schimpfte. Jun bewarb sich. Widerwillig, ein Mal und guter Dinge, denn „die Konkurrenz ist hart." Scheint's hatte er Pech: er wurde genommen. Es wurde eine ganze Strähne daraus. Pflichtbewusst und diszipliniert absolviert er die Akademie, denkt aber schon wieder ans Aufhören, ans Umsatteln in einen anderen Beruf, und muss sich dann doch von einem Professor anhören, dass er Künstler werden müsse. „Ich dachte damals nicht, dass ich so talentiert bin", sagt Wonkun Jun.

Warteliste gestürmt

Es ging aber scheint's grad so weiter. Vor sieben Jahren, nachdem sein Vater gestorben war, ging Wonkun Yun, von seiner künstlerischen Bestimmung immer noch nicht überzeugt, nach Deutschland - ein Studentenvisum in der Tasche, ein Tourismusstudium im Sinn. Als er in Dortmund seinen Deutschkurs absolvierte, wurde er natürlich trotzdem an eine Kunsthochschule empfohlen, nach Braunschweig. Dem Professor genügten einige Fotos von seinen Arbeiten, um seine Warteliste kurzerhand über den Haufen zu schmeißen und Wonkun Jun für das Studium der Freien Malerei im sechsten Semester aufzunehmen. Ein Jahr später, 1999, studierte Wonkun Jun bereits an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Professor Helmut Federle. Diesmal freiwillig: „Braunschweig wurde langweilig." 2001 wurde er Federles Meisterschüler, 2003 schloss er ab. „Die Prüfung war leicht", sagt er.

Hochschulkontraste

Nun gut: In Korea wird eben anders studiert. Es gibt strenge Stundenpläne und noch strengere Prüfungen: Pro Semester sind es 13,14 Fächer, die abgeprüft werden, erzählt Wonkun Jun: Kunstgeschichte, Kunsterziehung, Philosophie und so weiter, und wer nicht besteht, ist draußen. Eine zweite Chance gibt es nicht. Dass er das widerwillig durchlaufen haben will, ist kaum zu fassen. Wann genau in seiner Biografie der Moment gekommen ist, an dem er weich geklopft war und sich als Berufskünstler akzeptierte, ist schwer zu ermitteln. Seine Kunst, die Bilder und Kataloge, die er mit nach Gaildorf gebracht hat, enthält keine Selbstfindungskonflikte, berichtet nicht von Bevormundung, Zweifel und Druck. Es ist nicht so, dass in diesen Acrylarbeiten, die Wonkun Jun geduldig in stundenlangen arbeitsaufwendigen Sitzungen bis zur Anmutung von Pastell „wäscht", kein „Ego" zu finden wäre. Aber es ist kein auftrumpfendes, sondern ein ausgeglichenes, zurückgenommenes „Ich". Aus Juns Bildern spricht eine schöpferische Ruhe, die mit Drang nicht zu vereinen ist. Er selbst spricht von einer „Darstellung der Gefühlsmäßigung".

Hinter den Farbschleiern

Wonkun Juns Arbeiten wirken meist monochrom. Zugrunde aber liegt ihnen eine Fülle von Farben, die, beginnend bei Schwarztönen, ausgewaschen, aufgehellt und auf der Leinwand gemischt werden, bis sich das Acryl zu duftigen Pastelltönen transformiert. „Reduzieren, reduzieren, reduzieren", lautet sein Credo, und wer genau hinschaut, für den nimmt hinter diesen dunstigen Schleiern aus Grau und Braun die Seele der Farbe Gestalt an. Für Einen, der aus dem Widerstand kommt, ist das kein schlechtes Ergebnis.


    Bericht und Foto : Cornelia Kaufhold 1.3.2004

EINZUG / Siebter Gaildorfer Stadtmaler Wonkun Jun hat sein Quartier in Gaildorf bezogen

Konsequent minimalistisch

Frei schaffender Künstler aus Korea freut sich auf Dialog mit Kunstinteressierten

Wonkun Jun hat nach Gaildorf nur das Wichtigste mit­gebracht. Und das sind Bilder - was für einen Stadtmaler nur logisch ist. Am Samstag bezog er seine Wohnung gegenüber dem Rathaus.

GAILDORF • Im ehemaligen Forsthaus in der Eutendorfer Straße hat die Stadt ihren Stipendiaten untergebracht. Der ausgestopfte Hirschkopf über der Haustür des Gebäudes Nr.l ist seit Jahren abmontiert. Als Ausgleich klebt eine Miniaturausgabe eines geweihtragenden Waldbewohners auf Wonkuns Kühlschrank. Den hat der Koreaner aus Düsseldorf mitgebracht, dazu einen Bottich voller Pinsel und Notwendigkeiten wie Tisch, Bett und Zahnbürste. Die neue Wohnung erscheint dem Künstler riesig im Vergleich zu dem „Loch" (Rolf Deininger), das er in Düsseldorf sein zu Hause nannte (Miete 250 €). Für seine großformatigen Bilder hat er jetzt endlich ausreichend Platz. Ein bisschen „Kleinkunst" (Martin Zecha über Wonkuns Bilder im Format 30 auf 30 und 30 auf 70 Zentimeter) hat der Maler auch mitgebracht. Er möchte sein Schaffen und seinen Entwicklungsprozess dem kunstinteressierten Publikum zunächst vor­stellen.

Ausstellung in Leverkusen

Wonkun - Jun ist sein Nachname und in Korea gängig wie hierzulande Hägele, Müller oder Maier -wird zuvor in den Kohlenpott zurückkehren müssen. Im Kulturforum Leverkusen wird er eine Ausstellung bestreiten. Zudem muss er noch diversen Papierkram erledigen. Aber dann, dann wird er sich ausschließlich Gaildorf widmen. Der frei schaffende Maler möchte hier den Dialog mit Kunstinteressierten suchen. „Meine Bilder sind abstrakt. Es ist moderne Kunst, sehr minimalistisch", erklärt er. Folglich sieht er hier Kommunikationsbedarf. Wonkun ist konsequent minimalistisch: Seine Habe fand in einem Transit Platz.

Rolf Deininger und Jürgen Dümmel vom Freundeskreis Stadtmaler haben ihn im wilden Schneetreiben in Düsseldorf samt Gepäck abgeholt. Zum Abschied ging es zum Essen - zum Koreaner. Auf diese Annehmlichkeiten des Stadtlebens wird Wonkun vorübergehend verzichten. Dafür wird er das Stipendium genießen. Zwölf Monate bleiben ihm dafür Zeit, umsorgt vom Freundeskreis. Martin Zecha und Werner Kreetz gehören dazu, weshalb sie Samstagnachmittag beim Umzug mit anpackten. Sie alle werden sich in den kommenden Monaten um den 33-jährigen Gast kümmern - wann immer er will.


    Bericht und Foto : Cornelia Kaufhold 19.11.2003

KUNST / Bürgermeister Ralf Eggert begrüßt Gaildorfs siebten Stadtmaler, Jun Wonkun

  Maler aus Korea siedelt zum Jahresende von Düsseldorf nach Gaildorf um

Der neue Gaildorfer Stadtmaler Jun Wonkun mit Bürgermeister Ralf Eggert, im Hintergrund (von links) Martin Zecha, Kulturamtsleiter Gerhard Gaugel, Traudel Balz und Rolf Deininger vom Förderkreis Stadtmaler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Zechas Temperament verwandelte das Willkommens-Ritual für den neuen Stadtmaler gestern Nachmittag im Rathaus in eine lustige Runde. Dialektbedingter Verständigungsprobleme zum Trotz - Jun Wonkun lachte einfach mit.

 

GAILDORF • Der Maler aus Fernost wird zum Jahreswechsel von Düsseldorf nach Gaildorf umziehen. Gestern bekam er seine Gönnerstadt erstmals zu Gesicht. Er war weder entsetzt noch abgeneigt, im Gegenteil: „Hier ist viel Natur. Warum nicht mit viel Natur arbeiten. Das ist ok so."

Überraschungsbesuch

Kulturamtsleiter Gerhard Gaugel servierte dem siebten Gaildorfer Stadtmaler Kaffee und der Bürgermeister führte ihn in seiner Begrüßungsrede in die Gepflogenheiten vor Ort ein, dass der Besuch vom Rhein nur so staunte: Die Bevölkerung sei stark an dem Stadtmaler interessiert, weshalb er mit Überraschungsbesuch rechnen muss, mit Leuten, die „einfach nur mal gucken wollen, was Sie so machen und wie es Ihnen geht". In Gaildorf herrsche nun mal ein zwangloser Umgangston und die Kunst sei schließlich ein Kommunikationskatalysator. Der Stadtmaler werde in Gaildorf als Teil der Gemeinschaft aufgenommen, „dafür bekommen Sie ein Vielfaches an Anerkennung und Akzeptanz zurück". Jun Wonkun lächelte. Und das dialektbedingte Verständigungsproblem, versicherte ihm Martin Zecha vom Förderkreis Stadtmaler, „kriegen wir in den Griff. In einem Jahr kannste perfekt schwäbisch. Davon bin ich fest überzeugt." Jun Wonkun genoss derweil Kaffee und „Teilchen", wie die Rheinländer süße Stückle nennen, und vernahm mit Schrecken die Nachricht, dass die Bausubstanz der Türme an der Südwest-Seite des Schlosses miserabel ist und dringend saniert werden muss.

Die Stadt wird aber für den Künstler eine Wohnung finden. Jun Wonkun nickte. Mit seinem künftigen Atelier ist er schon mal hochzufrieden. Dann war er an der Reihe.

Abstrakte Malerei

Der 33-Jährige studierte in Korea Kunst. In Deutschland wollte er studieren, „weil ich das hier kostenlos machen kann und weil hier das Ausbildungssystem gut ist". Vor sechseinhalb Jahren bekam er sein erstes Stipendium. Zunächst wurde Wonkun in der Kunstakademie Braunschweig und dann der Düsseldorfer aufgenommen. Mit dem Stipendiat in Gaildorf habe er absolut nicht gerechnet. Zecha: „Die haben dein Talent gleich erkannt so wie wir."

Der Meisterschüler von Professor Helmut Federle machte im Sommer seinen Abschluss. Er arbeitet als freier Künstler. Eine Düsseldorfer Galerie zeigt Wonkuns Bilder als Dauerausstellung. Einen Ausstellungskatalog hatte er im Gepäck. Die Fotos zeigen abstrakte Bilder. Sie sind großformatig, weshalb ihm seine neue Galerie zupass kommt.

            Bericht : Lena Stadelmann 24.3.05

Wonkun Jun blickt auf seine Gaildorfer Zeit zurück    

Auf dem Sprung nach Düsseldorf

Rückkehr nach einem arbeitsamen Jahr - An den Kontakten hat's gefehlt

  „Jede Stadt hat positive und negative Seiten", sagt Won­kun Jun. So auch Gaildorf, wo er nun ein Jahr lang als Stadtmaler zu Gast war. Die Schenkenstadt hat ihm die Ruhe gegeben, die er für die Verwirklichung seiner Pläne und Ziele benötigte.

  GAILDORF • Es war ein ruhiges Jahr für Wonkun Jun, aber auch ein arbeitsintensives. Doch als solches war es auch geplant, da der junge Künstler sich in Gaildorf nicht um Nebenjobs oder Geld kümmern musste, sondern sich ganz auf seine Arbeit konzentrieren konnte. So ein Stipendium bietet große Vorteile. Besonders jungen Künstlern kann man nur raten, solche Chancen zu nutzen, wenn sie sich bieten, und ein Jahr lang richtig in­tensiv zu arbeiten."

Frühe Planung

Schon in Düsseldorf hat Wonkun Jun angefangen, seine Arbeiten zu planen und sich in Gaildorf sofort ans Werk gemacht. „Nun bin ich gespannt auf die Reaktionen des Düsseldorfer Publikums", sagt Wonkun Jun, der sich dort einen Namen in   

der Künstlerszene machen will. Beeindruckendes Material jedenfalls hat er mittlerweile zur Genüge. Deshalb hat er auch während sei­ner Zeit in Gaildorf den Kontakt nach Düsseldorf immer gehalten. „Es ist wahnsinnig schwierig wieder Fuß zu fassen, wenn man sich ein oder zwei Jahre nicht blicken lässt." Doch nicht nur wegen dem geschäftlichen, sondern auch wegen dem privaten Austausch mit Künstlern und Galeristen ist Wonkun Jun öfters nach Düsseldorf gefahren. Der tägliche Kontakt, der stete Austausch mit Künstlerkolleginnen und -kollegen, hat ihm in Gaildorf gefehlt: „ein riesengroßes Problem", sagt Wonkun Jun. Vor allem im Winter war's einsam im Atelier -während in den Sommermonaten eher Kontakt zu Spaziergängern und Gaildorf-Besuchern geknüpft werden konnte.

Gefehlt haben ihm auch die jüngeren Leute. Während ältere Semester eher Interesse zeigten, kam es kaum vor, dass die Jungen ihn in seinem stets geöffneten Atelier besuchten. Auch seine Abschluss-Ausstellung stieß bei den Jüngeren auf wenig Resonanz. Dass hin und wieder eine Schulklasse im Atelier vorbei schaute, fand er allerdings klasse.

Versandete Ideen

Wonkun Jun hatte einige Ideen, mit denen er Menschen ins Atelier locken wollte. So hätte er zum Stadtjubiläum gerne seine Vorgänger nach Gaildorf eingeladen. Die Sache sei dann aber versandet, so Jun, „leider". Er habe den Eindruck gehabt, seine Ideen würden nicht ganz ernst genommen, meint er. Dabei halte er es für einen der wichtigsten Aspekte des Stipendiums, dass die Leute den Kontakt zum Stadtmaler und dessen Kunst suchen. „Das Interesse ist vielleicht da, aber die Leute haben nicht den Mut zu kommen" - hier hätte er sich mehr Unterstützung gewünscht.

Ganz leicht fällt ihm der Abschied dennoch nicht. Er hatte zwar nicht mit vielen Menschen Kontakt, aber wenn, „dann war es sehr herzlich". Bedanken möchte sich Wonkun Jun bei der Stadt Gaildorf, dem Stadtmalerförderkreis, der IG Kunst und der Familie Baum für die große Unterstützung, die er erfahren hat. (24.3.05)


                   Bericht : Richard Färber 1.4.05

STADTMALER / Die k ü nstlerische Bilanz von Wonkun Jun                                                                                        

Gemischte Gef ü hle in gemischtem Licht

Die Farben der Landschaft - Mut gesammelt, Kr ä fte gespart, auf Anfang geschaltet


Was bleibt? Quadrate aus Acrylfarben, die man für Pas tellbilder hält. Wonkun Jun aber, siebter Stadtmaler der Stadt Gaildorf, ist nur in der Form unverbindlich. In den matten Töne, die er geduldig aus dem Acryl gefiltert hat, le ben Gaildorfer Farben.

GAILDORF • Den Kocher habe er oft beobachtet, sagt Wonkun Jun. Jetzt, wo das Wasser gefallen ist, wird rötlich-grauer Sand sichtbar, zuvor füllten bräunliche Fluten das Flussbett. Überhaupt: Wenn man an diesen schüchternen Frühlingstagen in die Landschaft schaut, versteht man immer besser, was er meint, wenn er sagt, dass er in seiner Zeit als Gaildorfer Stadtmaler die Landschaft entdeck hat.

Denn die matt-pastosen Quadrate, die Wonkun Jun mühsam und in ausgefeilter Technik aus Acrylflächen gewaschen hat, geben die Farben der Landschaft wieder: das dunstige Grau der Wälder, magere Erdfarben, die nun lange unter dem Schnee verborgen waren, trübblaue Himmel, verwaschene Wiesen, ockriges Wasser - gemischte Gefühle in gemischtem Licht.

Als Stadtmaler zählte Wonkun Jun, obgleich ungeheuer produktiv, eher zu den Stillen. Er hätte sich mehr Kontakte gewünscht, meint er, und vielleicht liegt es ja an diesen fehlenden Kontakten, dass er nicht zur Form, sondern „nur" zu der Farbe gefunden hat - dass in dem diffusen Licht, das ihn ein Jahr lang umgab, keine Gegenstände aufgetaucht sind. Dabei weiß der siebte Gaildorfer Stadtmaler genau, was er ist.

Ein späterer Biograph, meint Wonkun Jun, werde seine Zeit in Gaildorf gar nicht hoch genug bewerten können. Denn das Stipendium gab ihm die Möglichkeit, Kräfte zu sparen, Mut zu sammeln, auf Anfang zu schalten: In Gaildorf habe er nicht nur Farben assoziiert, sondern auch die dazugehörige Technik weiter entwickelt und perfektioniert, sodass er die nächsten Entwicklungen angehen kann.

Und so gesehen war es auch ein gutes Jahr: Einerseits sei er traurig, dass er gehen müsse, meint Wonkun Jun, andererseits aber auch froh, weil er etwas Wertvolles entdeckt hat, das er mitnehmen kann, das ihn auf seinen künftigen Wegen begleitet, auf das er aufbauen wird: „Gaildorf war der erste Schritt", sagt Wonkun Jun. „Hier habe ich meine Karriere begonnen."


       Bericht : Richard Färber  1.5.05

Abschied von Wonkun Jun

GAILDORF • Wonkun Jun, siebter Gaildorfer Stadtmaler, hat sich gestern mit einem Bild bei Bürgermeister Ralf Eggert im Rathaus verabschiedet. Eggert zeigte sich beeindruckt von den Landschaftsfarben, die Wonkun Jun während seines Stipendiums erarbeitet hat - so etwas gab es bisher noch nicht in Gaildorf. Der Bürgermeister drückte aber auch sein Bedauern darüber aus, dass Wonkun Jun, anders als seine Vorgänger, nicht im Alten Schloss wohnen konnte, da überraschend mit der Sanierung des Torhauses begonnen werden musste.

Wonkun Jun wird heute nach Düsseldorf zurückfahren. Ausstellungen mit Bildern, die in Gaildorf entstanden, sind in Vorbereitung. Der achte Stadtmaler, Nicolaus Cinetto, wird am 1. Mai erwartet.